www.klosterlangwaden.de - Spiritueller Impuls für Januar 2010
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Ausdruck vom 06.02.2012 01:57 Uhr, erstellt am Sonntag, den 24. Januar 2010 um 13:14 Uhr, zuletzt geändert am Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Oktober 2010 um 09:09 Uhr


Spiritueller Impuls für den Januar 2010

Neues Jahr – neues Glück?

Bringt ein neues Jahr auch neues Glück? „Abermals ein neues Jahr“, so beginnt der deutsche Barockdichter Friedrich von Logau eines seiner Gedichte. Das erste Wörtchen „Abermals“ lässt den Beginn jedoch nicht gerade sehr verheißungsvoll klingen. Und so fährt Logau auch in der zweiten Zeile fort: „Immer noch die gleiche Not“. Das ist eine Erfahrung, die sich auch über so manchen Jahreswechsel legt: „Abermals ein neues Jahr. Immer noch die gleiche Not.“ Im Angesicht der Wirtschaftskrise. Im Angesicht der kontinuierlichen Erderwärmung. Im Angesicht vielleicht auch einer schwierigen persönlichen Situation. Mit dem neuen Jahr lösen sich nicht die alten Probleme auf. Und doch überkommt die meisten Menschen zum Jahreswechsel das Gefühl, dass etwas Neues beginnt, oder zumindest, dass es beginnen könnte.

Friedrich von Logau interpretiert das so: „O das alte kommt von uns, und das neue kommt von Gott!“ Wir bringen doch unsere Geschichte mit in das neue Jahr. Wir sind doch maßgeblich Mitgestalter unserer Welt im Kleinen wie im Großen. Das alte kommt von uns: die Vergangenheit und die Ansichten, die wir mitschleppen - und wenn es nur die alte Behauptung ist, dass man sowieso nichts ändern kann. Von uns kommt das alte, hergebrachte. Aber von Gott kommt das neue. In Jesus kommt etwas Neues, ja der Neue auf alle Menschen zu. In diesem unscheinbaren, einfachen Menschen wird der Sohn Gottes sichtbar.

Im Gewöhnlichen und Unscheinbaren Gott zu erkennen, das könnte unsere Welt verändern und erneuern. Dann gäbe es nicht mehr die Aussage mit dem müden Lächeln: „das kennen wir ja schon“ und: „das hat damals schon nicht geholfen“. Dann würde keine alte Selbstverständlichkeit daraus erwachsen, dass wir jeden Morgen von neuem aufwachen, sondern immer neues Staunen und aus dem Staunen Dankbarkeit. Dann würden wir auch nach neuen Wegen suchen, weil wir nicht glauben können, dass Gott uns im Alten versacken lässt. Dann würden wir genau auf die unscheinbaren Menschen schauen, weil sich vielleicht genau in ihnen Gott versteckt.

„Abermals ein neues Jahr! Immer noch die alte Not!
O das alte kommt von uns, und das neue kommt von Gott!“

Gott kommt in diese Welt, ja: Gott ist schon da!
Wir müssen ihn nur entdecken – dann wird vieles neu.

Die Monatsmeditation für den Januar 2010 schrieb
P. Bruno Robeck OCist, Prior von Langwaden

 

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