www.klosterlangwaden.de - Spiritueller Impuls für Mai 2010
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Ausdruck vom 06.02.2012 01:55 Uhr, erstellt am Montag, den 24. Mai 2010 um 13:12 Uhr, zuletzt geändert am Zuletzt aktualisiert am Montag, den 04. Oktober 2010 um 09:07 Uhr


Spiritueller Impuls für den Mai 2010

Die Navigation des Heiligen Geistes

Was hat das Navigationssystem in einem Auto mit dem Heiligen Geist zu tun?

Seit ich meinen Führerschein, den ich im fortgeschrittenen Alter erwarb, in der Hand hielt, war mit bewusst, dass das noch zu erwerbende Auto ein Navigationssystem haben müsste. Wie sollte ich sonst z. B. in Köln jemals an mein Ziel kommen bei den unzähligen Einbahnstraßen in der Innenstadt. Das "Auto-navi" ist schon eine tolle Erfindung, wenn man bedenkt, dass man sozusagen von einer virtuellen Stimme vom Himmel genau und sicher an den gewünschten Ort geführt wird. Sich vom Himmel leiten lassen, ersetzt natürlich nicht die eigene Fahrtüchtigkeit und die notwendige Aufmerksamkeit auf den sonstigen Straßenverkehr. Es ist aber eine große Hilfe besonders dann, wenn man eine Fahrt in eine unbekannte Gegend machen muss.

In diesem Monat feiern wir das Fest der Herabkunft des Heiligen Geistes - auch Pfingsten genannt. Der Heilige Geist leitet nicht nur das Gesamt der Kirche sondern auch jeden einzelnen von uns, wenn wir dem zustimmen. Dabei muss jeder sich seines Ziels sicher sein, denn er wird ja nirgendwohin gezwungen. Er kann sich aber der bergenden Führung Gottes sicher sein. Das geschieht eher leise und unaufdringlich und muss aufmerksam erhorcht werden, da eigene Vorstellungen und äußere Einflüsse weiterhin ihre Wirkung haben. 

Manche meiner Bekannten haben mir erzählt, dass sie der Navigation nicht trauten und glaubten den Streckenverlauf besser zu kennen; wenig später fanden sie sich in einer Sackgasse wieder. Man sollte also auf die Stimme des Navigators achten, auch wenn der Lärm der Strasse und des Radios so manches übertönen können. Wer trotz der Hinweise aus dem "Navi" einen anderen Weg einschlägt, der wird nicht mit allerlei Drohungen zum Rückweg gezwungen. Die "Stimme vom Himmel" ist nicht beleidigt und vor allen Dingen resigniert sie nicht, selbst wenn man ihre Anweisungen noch so oft ignoriert. Sie gibt einfach nicht auf, den Menschen unterwegs auf den richtigen Weg zum Ziel zu führen.

Ähnlich ist es mit Gottes Hilfe auf dem Lebensweg: Wer sich von Gottes Geist leiten lässt, erfährt die Freiheit der Kinder Gottes und wird nicht ein Sklave von Anweisungen und Befehlen; er bleibt frei in seiner Entscheidung. 
Wer sich von Ihm leiten lässt, der kann sich darauf verlassen, was Gottes Geist ihm sagen will. Er ermutigt uns, den eigenen Weg zu finden und lässt uns dabei nicht allein. Beim "Navi" muss man genau hinhören und die Nebengeräusche im Auto abstellen. Bei der "Navigation" des Heiligen Geistes ist es ähnlich: man muss still werden, lernen in sich hinein zu horchen, alle anderen Geräusche, Stimmen und Vorlieben leiser stellen. Im täglichen uns umgebenden Stimmengewirr ist es schwer, Seine Stimme zu hören. Mutig sich der Stille auszusetzen, bedeutet, des Geistes Stimme auf oft verschiedenen Kanälen zu hören, besonders aus dem Mund einer Schwester oder eines Bruders, des Partners oder Freundes. Gott, der einer von uns geworden ist, zeigt uns oft durch die Begegnung mit Menschen, wie sein Geist uns begleitet und beisteht, unaufdringlich und nachhaltig, als sein "Navigationssystem" auf den Wegen unseres Lebens.


Den spirituellen Impuls für den Mai 2010
schrieb Pater Basilius Ullmann OCist

 

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