Spiritueller Impuls

Ausruhen mit Gott

"Die Apostel versammelten sich um Jesus und erzählten ihm alles, was sie getan und gelehrt hatten" und Jesus sagte zu ihnen:" Kommt mit an einen einsamen Ort, wo wir allein sind, und ruht euch ein wenig aus!" (Mk 6,30-31). Dieser Satz muss uns doch gefallen.

Eine Maschine hat eine bestimmte Lebensdauer, die man vorher in etwa berechnen kann; und es ist gleich, ob diese Zeit an einem Stück oder in mehreren Zeitabschnitten abläuft. Der Mensch ist keine Maschine. Wir brauchen den Wechsel von Tag und Nacht; von Tätigkeit und Ruhe, von Anspannung und Entspannung.In den zehn Geboten bestimmt Gott am Sinai, dass der Mensch einen Tag in der Woche ausruhen soll. Es gibt Menschen, die sich keinen Augenblick Ruhe und Pause gönnen, weil sie der Meinung sind, alles bricht ohne sie zusammen.

Jesus ist da anders: Er lässt keinen Zweifel an der Dringlichkeit seines Auftrags, aber er gönnt sich und seinen Jüngern auch Erholung und Pausen. Immer wieder lesen wir im Evangelium, dass er sich zurückzieht, um allein zu sein mit seinem Vater.

Für viele von uns kommen nun die verdienten Ferien. Wir dürfen uns ausruhen, entspannen und neue Kräfte sammeln. Wir sollen es tun nach dem Satz aus dem Markusevangelium, bei Jesus, mit Jesus, mit Gott. Wer sein Christsein in den Ferien aus Scheu oder Scham ablegt, also Urlaub auch von Gott nimmt - kann das wirklich Gläubiger tun? Mit Gott in die Ferien fahren das schmälert gewiss nicht die Erholung von den Sorgen und Mühen des Alltags. Im Gegenteil! Im Frieden mit Gott zu sein, im Einklang mit seinem Willen, wird auf jeden Fall dazu beitragen, Ruhe zu finden, zu sich selbst zu kommen, neue Kraft zu schöpfen aus der Stille, aus Gebet und Gottesdienst.

Immer und überall können wir Gott begegnen, gleich wo wir unseren Urlaub verbringen. Die Schönheit der Natur, die Blumen und Tiere, Wälder, Seen und Berge, Sonne,Wind und Meer preisen Gott und lassen uns ihn finden. Und auch die Betrachtung der von den Menschen zu seiner Ehre geschaffenen Werke führt uns näher zu ihm. Dome oder Kathedralen, kleine Kapellen oder ein Kloster sind Zeugnis und Bekenntnis des Glaubens derer, die sie schufen. Aus diesem Glauben heraus sollte man sie betrachten, sonst haben sie für uns nur einen mehr oder weniger interessanten musealen Charakter.

Was aber die Begegnung mit Gott aber am deutlichsten erfahren lässt, ist die Begegnung mit so vielen Menschen aus verschiedenen Kulturen und oft so bunten Zivilisationen. Wir kommen ins Gespräch mit ihnen, essen und trinken mit ihnen nach ihren Gewohnheiten, interessieren uns für ihr Leben - und zeigen ihnen ganz schlicht und freundlich: wir sind mit Gott auf Urlaub!

Den spirituellen Impuls für den August 2010
schrieb Pater Basilius Ullmann OCist

 

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