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Ausdruck vom 06.02.2012 01:44 Uhr, erstellt am Mittwoch, den 04. August 2010 um 10:46 Uhr, zuletzt geändert am Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 25. August 2010 um 09:57 Uhr
Geschichte
Bewegt und bewegend.
Die Nonnen des Prämonstratenserordens waren auf Wunsch des Grafen von Wevelinghoven nach Langwaden gekommen. Erstmals wird das Kloster 1173 erwähnt.
Die Prämonstratenserinnen ließen die alte Klosteranlage in der Barockzeit umbauen. Von der Innenausstattung erinnert daran die Predigtkanzel, die heute im historischen Refektorium steht.
Nach der Aufhebung des Klosters durch die Französischen Revolutionsarmeen Napoleons im Jahre 1802 erwirbt der französische Diplomat Nicolas-Joseph Maison das Klosterareal. Er lässt die Kirche abreißen, einen Turm am Nordende des Westflügels anbauen, ein großes Tor und Balkon im Mitteltrakt bauen und eine großzügige Parkanlage entstehen. Das Kloster wird zum Schloss.
Im Nationalsozialismus werden die Gebäude vom Arbeitsdienst okkupiert. Wasserschäden aufgrund unsachgemäßer Nutzung finden sich bis heute im Mauerwerk.
Nach dem 2. Weltkrieg finden Flüchtlinge notdürftig Unterkunft in den Gebäuden. In einem Teil dieser Provisorien wohnten immer noch Menschen, als die Zisterzienser nach Langwaden kamen. 1961 wurde der Erbpachtvertrag zwischen der Grafenfamilie von Nesselrode, die 1913 Eigentümer geworden waren, und dem Zisterzienserorden abgeschlossen. Das Schloss wurde wieder zum Kloster. Regelmäßig erklang das Gotteslob wieder ab 1964 nach dem Einzug der Mönche.
Der Kölner Erzbischof Kardinal Josef Höffner weihte 1970 nach Beendigung aller Bauarbeiten den Gästebereich des Klosters ein. 1986 zogen die Mönche in den neu fertig gestellten Bereich der Klausur, der ihnen Abgeschiedenheit und Nähe zugleich garantiert.
Die Jahreschronik von 1973 erwähnt erstmals die Sorge um in Not geratene Männer als wichtige Aufgabe der Langwadener Mönche. Daraus entwickelte sich das heutige „Netzwerk Mensch", das über 40 Männern in der Wohngemeinschaft Sankt Bernhard und in der Seniorengemeinschaft Sankt Andreas eine neues Zuhause gibt.
Geschichte der Gebrochenheit und des Aufbruchs.
Der Erinnerungsort verhindert, dass wir die heutige Klosteranlage als harmonisch und ausgeglichen erleben können. Er stellt uns in die Spannung von Zerstörung und Bewahrung und von Altem und Neuem hinein. Und er löst diese Spannung nicht auf.
Unser Kloster musste die Zerstörung bis in sein Herzstück hinein erleben. Das Kloster wurde nicht nur aufgehoben, sondern gänzlich profanisiert und die Kirche wurde abgerissen. Auch die Wiederbesiedlung durch uns Zisterzienser kann darüber nicht hinwegtäuschen. Der Erinnerungsort zwingt uns zur Auseinandersetzung mit der ganzen Geschichte Langwadens. Er lässt auch den desolaten Zustand der umgebauten Klostergebäude erahnen, die die Zisterzienser bei ihrer Ankunft vorfanden.
Der Erinnerungsort ist gleichzeitig ein Zeichen des Aufbruchs. Langwaden ist wieder zu einem lebendigen Kloster geworden, zu einem Ort, an dem Gott gesucht wird und an dem viele Menschen neue Hoffnung schöpfen. Als Zeichen unseres Glaubens haben wir ein Kreuz am Erinnerungsort errichtet. Dieses Kreuz war früher in unserer Klosterkapelle und symbolisiert so den Neuanfang in Langwaden im Jahre 1961.
Brüche gehören zu unserem Leben, aber sie können zu Aufbrüchen werden. Dafür steht unser Erinnerungsort, und er lenkt unseren Blick noch einmal auf die Gründungsmönche. Sie sind nicht auf den Trümmern der Vergangenheit sitzen geblieben, sondern haben mutig und beharrlich an der Zukunft mitgebaut.
Bei Ausgrabungsarbeiten in den 1960iger Jahren wurde dieses Steinkreuz gefunden. Es stammt aus der Mitte des 12. Jahrhunderts und gehört zur Gründung Langwadens.
